Zvërnec liegt vierzig Minuten südlich von Vlora, an der albanischen Küste, und bis vor vierzehn Tagen hätten die meisten von uns das nicht mit Gewissheit sagen können. Es ist die Art von Namen, die sich leicht im Mund anfühlt – zwei Silben, ein weicher Beginn, das ferne Echo von etwas Venezianischem oder Slawischem, je nachdem, aus welchem Jahrhundert man hinhört. Das Dorf selbst ist klein. Die nahe gelegene Lagune ist ein Nistplatz für Flamingos. Die Proteste, die dort Ende Mai begannen [10, 22], haben sich inzwischen nach Tirana ausgebreitet, in siebzehn Städte in Europa und Nordamerika [15, 18], und zu dem Platzhalter 'Flamingo-Revolution', wie es eben geschieht, wenn eine Bewegung einen Namen braucht, bevor sie entschieden hat, was sie ist.
The Guardian berichtet [17], die Proteste hätten mit einem von Jared Kushner unterstützten Luxus-Resort-Projekt begonnen. Wikipedia merkt in seiner ukrainischen Ausgabe [10] an, dass die in der Gegend nistenden Flamingos zu einem der Symbole der Demonstranten wurden. Das Resort soll auf der Insel Sazan und an der Küste bei Zvërnec gebaut werden; das Land ist unter Umweltschutz; das Projekt soll laut Angaben über 4 Milliarden Euro wert sein [4]. Tausende sind in Tirana auf die Straße gegangen [7, 9, 10] und fordern den Rücktritt von Premierminister Edi Rama, der das Projekt unterstützt und die Proteste laut mehreren Quellen [7, 10, 12, 22] als Teil eines 'hybriden Krieges' charakterisiert hat, der von Albaniens Feinden und Israel orchestriert werde. Oppositionsführer Sali Berisha unterstützt das Resort ebenfalls [10, 12]. Die Demonstranten fordern den Rücktritt beider Männer.