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Artikel Nr. 27 · Das heutige Briefing
IllustrationHindsite · Redaktionskunst

Der besondere Klang eines Konsulats, das nicht da ist

Zwischen Festnahmen und Erklärungen erinnert der Vorfall in Istanbul daran, dass diplomatische Architektur am lautesten spricht, wenn sie geleert ist.

Das israelische Konsulat in Istanbul liegt an der Büyükdere-Allee in Maslak, was kein diplomatisches Viertel ist — es ist eine Schlucht aus Glastürmen, in denen Banken und Holdinggesellschaften untergebracht sind. Das Gebäude wurde längst von Personal geräumt; das Namensschild, so darf man vermuten, wird seltener poliert als jene in den Eingangshallen der darüberliegenden Büros. Die Diplomatie verabscheut ein Vakuum, aber es stellt sich heraus, dass ein leeres Konsulat ziemlich laut wird, wenn drei bewaffnete Männer vor der Tür erscheinen.

France 24 berichtet [18], dass bei der darauffolgenden Razzia fast 200 Menschen festgenommen wurden. Das sind viele Festnahmen für die Gewalt eines einzelnen Vormittags. Es ist auch — das ist ein Gedanke — eine Zahl, die Vielfaches enthält: die Bewaffneten, die kamen, die Polizisten, die reagierten, die Ermittler, die sich über die Stadt verteilten, und dann eine ganze Reihe anderer Menschen, die woanders waren, als es geschah, aber jetzt trotzdem in Gewahrsam sind. Die Arithmetik einer Terrorismusermittlung ist niemals eins zu eins.

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Freitag, 12. Juni 2026Zum Archiv →