Skip to content
Artikel Nr. 6 · Das heutige Briefing
IllustrationHindsite · Redaktionskunst

Der Genozid, den sie nicht benennen wollen

Westliche Regierungschefs räumen intern ein, was sie öffentlich verschweigen: Israels Kampagne in Gaza überschreitet die rote Linie.

Finnlands Außenministerin Elina Valtonen räumte ein, dass Israel in Gaza einen Genozid begeht – allerdings nur hinter verschlossenen Türen [18]. Öffentlich schweigt sie. Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel lehnte es ab, eine Genozidklage vor dem Internationalen Gerichtshof zu unterstützen, und berief sich dabei auf ‚Neutralität' als diplomatisches Schutzschild [10]. Frankreichs Außenminister erklärte, bereits die *Anschuldigung* eines Genozids gegenüber Israel überschreite eine moralische Grenze [8, 19]. Die niederländische Regierung verzichtete auf den Begriff, nachdem ein UN-Bericht das Gegenteil festgestellt hatte [20]. Kanadas Mark Carney behauptete, er habe ‚dieses Wort nicht gehört', als man ihn fragte, ob er in Gaza einen Genozid erkenne [9].

Dies ist kein Muster der Unwissenheit. Es ist ein Muster strategischen Schweigens. Der Internationale Gerichtshof entschied im Januar, dass Südafrika berechtigt ist, Israel wegen mutmaßlichen Genozids anzuklagen, und ordnete Israel an, Genozid zu verhindern, Hetze zu unterbinden und humanitäre Hilfe nach Gaza zuzulassen [1, 2, 3]. Eine unabhängige Untersuchung des UN-Menschenrechtsrats kam im September 2025 zu dem Schluss, dass Israel Genozid begangen hat [3]. Die International Association of Genocide Scholars verabschiedete eine Resolution gleichen Inhalts [3]. Mehrere Quellen berichten, dass zu den mutmaßlichen Taten Massentötungen, Aushungerung, Zerstörung medizinischer Einrichtungen, Zwangsumsiedlung, sexuelle Gewalt sowie die Auslöschung von Bildungs- und Kulturinfrastruktur gehören [4, 5, 6, 7].

Weiterlesen

Der aktuelle Artikel und die sechs vorherigen sind kostenlos. Abonnieren Sie für das vollständige Archiv, jeden Audioartikel und den täglichen Newsletter.

Abonnieren
Mittwoch, 10. Juni 2026Zum Archiv →