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Artikel Nr. 78 · Das heutige Briefing
IllustrationHindsite · Redaktionskunst

Das zweite Schisma: Wie Écône zum Schlachtfeld um die Seele der Tradition wurde

Am 1. Juli 2026 weihte die Priesterbruderschaft St. Pius X. vier Bischöfe ohne päpstliche Zustimmung – automatische Exkommunikation und eine Wunde, die viele in der katholischen Kirche für verheilt hielten, brach wieder auf.

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Das Seminarium in den Bergen

Das Schweizer Tal verengt sich, je höher man nach Écône hinaufsteigt, die Tannen verdichten sich an den Hängen, die Luft wird dünner. Auf 1.200 Metern thront das Priesterseminar der Priesterbruderschaft St. Pius X. wie eine Festungsklosteranlage, seine Fenster blicken über den Kanton Wallis. Hier war es, am 30. Juni 1988, wo Erzbischof Marcel Lefebvre vier Bischöfe gegen den Willen von Papst Johannes Paul II. weihte und damit die automatische Exkommunikation auslöste – ein Schisma, das die Kirche jahrzehntelang heimsuchen sollte. Hier war es, achtunddreißig Jahre später auf den Tag genau, wo sich die Geschichte wiederholte – nicht als Farce, sondern als potenzierte Tragödie.

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Mittwoch, 8. Juli 2026Zum Archiv →